Objekt | | Auswertung bis | |
Projekt | | Trigger [mm/s] | |
Stand | | Abstand [m] | |
Status | | Berichtstyp | |
Auswertung von | | Workflow | |
| Ereignisse 98 | Max. Ausnutzung 55.24% | Sync 04.07.2026 20:18:20 | Typ Überschreitung |
Arbeits- und Bewertungsgrundlagen
Für die Niederschrift werden folgende Regelwerke und Normen zugrunde gelegt:
DEUTSCHES INSTITUT FÜR NORMUNG (DIN):
- DIN 4150-1:2001-06: Erschütterungen im Bauwesen – Grundlagen, Vorermittlung und Messung von Schwingungsgrößen
- DIN 4150-3:2016-12: Erschütterungen im Bauwesen – Einwirkungen auf bauliche Anlagen (maßgebliche Beurteilungsgrundlage)
- DIN 45669-1:2010-09: Messung von Schwingungsimmissionen – Schwingungsmesser; Anforderungen und Prüfung
- DIN 45669-2:2012-09: Messung von Schwingungsimmissionen – Messverfahren
Messprogramm
Durchgeführt wurde eine erschütterungstechnische
Langzeitmessung unter realer dynamischer Baustellenbeanspruchung im Zeitraum
vom 06.02.2026 (Nullmessung) bis zum 12.05.2026.
Als Messgerät kam ein triaxialer digitaler
Schwingungsdatenlogger des Typs VSEW-MK4 (Convergence Instruments, Kanada) zum
Einsatz. Das Gerät basiert auf einem integrierten
3-Achs-MEMS-Beschleunigungssensor in monolithischer Siliziumtechnologie. Das
Messprinzip beruht auf der kapazitiven Erfassung von Auslenkungen einer
mikromechanisch gefertigten Seismomasse, wobei die gesamte Signalverarbeitung
einschließlich Frequenzgewichtung, Filterung und DIN-4150-3-konformer
Auswertung vollständig digital im Gerät erfolgt. Dies gewährleistet hohe
Messgenauigkeit, Langzeitstabilität und Reproduzierbarkeit ohne analoge
Driftverluste. Der Messbereich beträgt ±8 g bei einer Abtastrate von 1000 Hz,
die Geschwindigkeitsauflösung liegt bei 25 µm/s RMS. Das Gerät ist nach IP57
gegen Staub und Feuchtigkeit zertifiziert.
Das Gerät führte über den gesamten Messzeitraum eine
kontinuierliche Aufzeichnung aller drei Schwingungsachsen (longitudinal,
transversal, vertikal) durch und übertrug die Messdaten automatisch via
MQTT-Protokoll in eine cloudbasierte Datenplattform. Zusätzlich war das System
mit einer Echtzeit-Alarmfunktion ausgestattet: Bei Annäherung der gemessenen
Schwinggeschwindigkeit an normrelevante Grenzwerte gemäß DIN 4150-3 erfolgte
eine automatische Benachrichtigung per E-Mail. Der Aufzeichnungstrigger war auf
einen Schwellenwert von v = 2,0 mm/s eingestellt, ab dem Einzelereignisse als
vollständige Zeitverläufe mit Spektralanalyse gespeichert wurden.
Der Messstandort befand sich innerhalb des Gebäudes Wembach.
Pragelatostraße 8 auf starrem Untergrund. Das Messgerät wurde in einem
Schutzgehäuse auf einer erschütterungsstarr befestigten Unterlage montiert, um
eine direkte und störungsfreie Übertragung der Bodenschwingungen auf den Sensor
zu gewährleisten.
Die Messung wurde gemäß DIN 4150-3:2016-12 in Verbindung mit DIN
45669-1:2010-09 und DIN 45669-2:2012-09 konzipiert und durchgeführt.
1.1 Grundlagen
Gegenstand der Erschütterungsmessung ist das Wohngebäude in 64372 Ober-Ramstadt. Wembach, Pragelatostraße 14 (Messpunkt «Pragelatostraße 14», PG-14) im Rahmen des Bauprojekts «Neuordnung im Stadtteil Wembach BA-2».
Das überwachte Gebäude wird als Wohngebäude eingestuft und der DIN 4150-3 Zeile 2 Wohngebäude der Tabelle 1 der DIN 4150-3:2016-12 zugeordnet. Maßgebliche Beurteilungsgrundlage für kurzzeitige Erschütterungen auf bauliche Anlagen ist die DIN 4150-3:2016-12 in Verbindung mit DIN 4150-1:2001-06 sowie DIN 45669-1:2010-09 und DIN 45669-2:2012-09.
Der Messpunkt wurde im Gebäudeinneren bzw. am vorgesehenen Messort installiert (Messgerät: Das Messgerät ist в einem Schutzgehäuse auf einer starren Unterlage aufgestellt.). Die kontinuierliche Erschütterungsmessung erfolgt mit einer Auswertungsschwelle (Trigger) von 2,0 mm/s.
Als Erschütterungsquelle im Nahbereich gilt der Baustellenbetrieb des vorgenannten Projekts. Der geringste Abstand zwischen dem überwachten Gebäude «Pragelatostraße 14» und der maßgebenden Erschütterungsquelle beträgt 4,0 m (siehe Lageplan und Prognosebereich in den Anlagen).
Der Auswertungszeitraum der Langzeitmessung umfasst den Zeitraum vom 21.05.2026 15:34 bis 11.06.2026 08:28. Im Zeitraum wurden 100 Ereignisse oberhalb der Auswertungsschwelle registriert (Überschreitung).
Auftraggeber der Messung ist HERMANNS RTE GmbH.
Tabelle 1 — Anhaltswerte für die Schwinggeschwindigkeit vi zur Beurteilung kurzzeitiger Erschütterungen auf bauliche Anlagen (DIN 4150-3:2016-12)
Spalten/Zeilen ziehen · Zelltext bearbeiten · Formatierung über die Werkzeugleiste · «Speichern».
| Zeile / Spalte | Gebäudeart | Anhaltswerte für die vi in mm/s |
|---|
| Fundament Frequenzen | Oberste Decken-ebene, horizontale Frequenzen |
|---|
| 1 Hz bis 10 Hz | 10 Hz bis 50 Hz | 50 Hz bis 100 Hz* |
|---|
| 1 | Gewerblich genutzte Bauten, Industriebauten und ähnlich strukturierte Bauten | 20 | 20 bis 40 | 40 bis 50 | 40 |
| 2 | Wohngebäude und in ihrer Konstruktion und/ oder Nutzung gleichartige Bauten | 5 | 5 bis 15 | 15 bis 20 | 15 |
| 3 | Bauten, die wegen ihrer besonderen Erschütterungsempfindlichkeit nicht denen nach Zeile 1 und Zeile 2 entsprechen und besonders erhaltenswert (z. B. unter Denkmalschutz stehend) sind | 3 | 3 bis 8 | 8 bis 10 | 8 |
| * Bei Frequenzen über 100 Hz dürfen mindestens die Anhaltswerte für 100 Hz angesetzt werden. |
1.2 Erschütterungsquellen
Als Erschütterungsquellen sind im Wesentlichen Materialtransporte im Rahmen des Baustellenbetriebs sowie der Einsatz von Vibrationsgeräten zu nennen. Vibrationsplatte DPU 6555 · 0.5 t / 70 kW / 36 Hz Für das maßgebende Verdichtungsgerät wurden Erschütterungsprognosen nach IGBE Heft 61 (K-Wert-Verfahren, Tab. 9.1–9.5) durchgeführt (Anlage 1 — IGBE-Prognose, Anlage 2 — Prognosebereich).
1.3 Untergrund
Am Messpunkt liegt gemäß Umweltdaten Hessen · Geologische Karte 1:25.000 (HLNUG) die geologische Einheit «Löss» vor. Schluff Stratigraphisch: Pleistozän. Wellenausbreitung: mittlere Reichweite, höhere Streuung in lockeren Schichten Vibrationsverdichtung: gute Einwirkung, im Nahfeld dennoch hohe Amplituden möglich Erschütterungsbedingte Sackungen im Boden (ESB-Effekt) sind unter den vorliegenden Randbedingungen nicht zu erwarten.

Legende · Geologische Karte GK25
- dlö · Löss
- Wiesenlehm/Talfüllungen
- ds · Flugsand
- G1 · Plutonische Gesteine, Kleinkörniger Biotitgranit
- Messpunkt
1.4 Erschütterungsmessung
Im ausgewerteten Ereigniszeitraum vom 21.05.2026 15:34 bis 11.06.2026 08:28 wurden als höchste maßgebende Einzelereignisse 13,48 mm/s mit 101,14 % Normausnutzung, 7,29 mm/s mit 55,24 % Normausnutzung sowie 7,62 mm/s mit 54,16 % Normausnutzung registriert. Damit liegen kurzzeitige Überschreitungen der maßgebenden Anhaltswerte nach DIN 4150-3:2016-12 vor.
2. Prognose
Die rechnerische Prognose nach IGBE Heft 61 zeigt für das überwachte Gebäude eine erschütterungstechnische Beanspruchung infolge der im Nahbereich eingesetzten Verdichtungsgeräte. Maßgebend sind prognostische Werte von v_h,prog = 10,83 mm/s und v_F,prog = 5,41 mm/s bei einem Abstand von 1,1 m. Die Prognosewerte liegen unterhalb der maßgebenden Anhaltswerte nach DIN 4150-3:2016-12.
3. Prognose ./. Messbefunde
Die im ausgewerteten Ereigniszeitraum registrierten Einzelereignisse stehen mit der prognostischen Einschätzung im Einklang. Die maßgebenden Frequenzanteile lagen überwiegend im Bereich von ca. 2,2 bis 72,1 Hz. Messtechnisch konnten keine Hinweise auf eine anhaltende resonanzbedingte Aufschaukelung festgestellt werden.
4. Fazit
Auf Grundlage der Langzeitmessung vom 21.05.2026 15:34 bis 11.06.2026 08:28 sind kurzzeitige Überschreitungen der maßgebenden Anhaltswerte nach DIN 4150-3:2016-12 dokumentiert. Aus den Messdaten ist keine länger andauernde unzulässige Beanspruchung ableitbar. Maßnahmen und Kommunikation sind in Abschnitt Maßnahmen dokumentiert.
Maßnahmen / Kommunikation
Anlage 3 — Fotodokumentation
FotosKlick = Block · Doppelklick = Foto/Text · Werkzeuge = Foto
Anlage 5 — Audit-Protokoll
Zeitpunkt | Dom. Achse | X mm/s | X-Hz | Y mm/s | Y-Hz | Z mm/s | Z-Hz | Limit | Ausnutz. |
09.06.2026 07:31:09 | Z | 5,287 | 71,28 | 1,633 | 71,40 | 7,287 | 42,77 | 13,19 | 55,24% |
26.05.2026 14:56:19 | Z | 2,814 | 34,87 | 0,831 | 46,27 | 7,619 | 46,27 | 14,07 | 54,16% |
26.05.2026 14:15:53 | Z | 2,101 | 67,27 | 0,829 | 43,37 | 7,048 | 43,37 | 13,34 | 52,82% |
11.06.2026 08:09:03 | Z | 7,132 | 70,56 | 2,133 | 70,25 | 7,941 | 70,53 | 17,05 | 46,56% |
09.06.2026 12:21:34 | Z | 6,485 | 71,77 | 1,851 | 71,65 | 7,762 | 72,08 | 17,21 | 45,11% |
11.06.2026 08:11:17 | Z | 7,476 | 69,69 | 1,938 | 34,95 | 7,613 | 69,67 | 16,97 | 44,87% |
09.06.2026 07:29:34 | Z | 6,783 | 71,50 | 1,775 | 71,50 | 7,234 | 71,14 | 17,11 | 42,27% |
09.06.2026 07:28:59 | Z | 5,403 | 71,30 | 1,628 | 71,14 | 7,077 | 71,17 | 17,12 | 41,35% |
11.06.2026 08:08:23 | X | 4,649 | 35,81 | 0,986 | 35,65 | 4,246 | 71,32 | 11,45 | 40,59% |
04.07.2026 20:16:34 | Y | 1,964 | 6,79 | 2,029 | 6,60 | 1,330 | 8,54 | 5,00 | 40,58% |
09.06.2026 12:23:57 | X | 4,611 | 35,47 | 1,317 | 72,27 | 4,568 | 71,56 | 11,37 | 40,57% |
26.05.2026 14:54:59 | Z | 2,545 | 35,71 | 0,834 | 42,33 | 5,241 | 43,49 | 13,37 | 39,19% |
11.06.2026 08:07:28 | X | 4,366 | 35,15 | 0,923 | 72,03 | 4,285 | 72,07 | 11,29 | 38,68% |
09.06.2026 07:32:03 | Z | 4,722 | 71,22 | 1,379 | 71,59 | 6,235 | 71,61 | 17,16 | 36,33% |
09.06.2026 07:20:44 | Z | 3,853 | 71,27 | 1,195 | 71,33 | 5,981 | 71,13 | 17,11 | 34,95% |
Anlage 6 — Zusammenfassung
Ausnutzung Norm
Detailausschnitt
Anlage 7 — Frequenzanalyse
Frequenzverteilung
Detail · DIN 4150-3
Anlage 8 — Einzelereignisprotokoll E1
2492-PG14-09062026-073109
Anlage 9 — Einzelereignisprotokoll E2
2492-PG14-26052026-145619
Anlage 10 — Einzelereignisprotokoll E3
2492-PG14-11062026-080903